Mit meinem neuen Buch „Leinen los! – Der ultimativ-unterhaltsame Kreuzfahrt-Guide“ habe ich keinen klassischen Kreuzfahrt-Ratgeber geschrieben. Davon gibt es ehrlich gesagt schon genug. Bücher voller Tabellen, Packlisten und nüchterner Tipps, bei denen man nach zehn Seiten das Gefühl hat, versehentlich die Bedienungsanleitung eines Geschirrspülers gekauft zu haben. Ich wollte stattdessen ein Buch schreiben, das genauso ist wie eine gute Kreuzfahrt selbst: unterhaltsam, entspannt, manchmal komplett absurd — aber genau deshalb unvergesslich.
Denn seien wir ehrlich: Kreuzfahrten sind eine völlig eigene Welt. Eine Mischung aus Luxusurlaub, sozialem Experiment und leichtem Wahnsinn auf hoher See. Genau das fasziniert mich daran seit Jahren. Und genau das wollte ich in diesem Buch einfangen.
Schon bevor man überhaupt an Bord geht, beginnt ja eigentlich das Kopfkino. Auf der einen Seite sieht man sich selbst geschniegelt mit Cocktailglas am Heck stehen, während die Sonne im Meer versinkt. Auf der anderen Seite meldet sich sofort dieser skeptische innere Deutsche, der „Kaffeefahrt auf Steroiden“ murmelt und sich fragt, ob er die nächsten sieben Tage zwischen Liegenreservierern und Buffet-Schlachten überlebt. Und dann betritt man das Schiff und merkt ziemlich schnell: Alles ist gleichzeitig noch absurder und noch besser als gedacht.
Genau deshalb geht es in meinem Buch nicht nur um Schiffe, Routen oder Kabinen. Es geht vor allem um die Menschen an Bord. Um die legendäre Handtuch-Mafia, die morgens um sechs strategisch Sonnenliegen besetzt, als würde sie eine militärische Operation koordinieren. Um den Buffet-Zerstörer, der auf einem einzigen Teller gleichzeitig Roastbeef, Frühlingsrollen, Wassermelone und drei verschiedene Desserts balanciert, als hinge die Statik des Schiffes davon ab. Und natürlich um die unzähligen Urlaubstypen, denen man auf einer Kreuzfahrt zwangsläufig begegnet.
Besonders viel Spaß hatte ich beim Schreiben der Geschichte von Malte. Vermutlich kennen viele von uns genau so jemanden. Der klassische Backpacker-Typ. Riesiger Rucksack, Trekking-Sandalen und die feste Überzeugung, dass Kreuzfahrten „betreutes Wohnen für Leute mit Angst vor der Welt“ sind. Malte hasst Luxus, misstraut Buffets und betrachtet Cocktails mit kleinen Schirmchen ungefähr als kulturellen Untergang des Abendlandes. Bis er selbst auf einem Kreuzfahrtschiff landet. Und dann passiert etwas, das vermutlich jedem Kreuzfahrer schon einmal passiert ist: Das Schiff gewinnt. Erst ganz langsam. Dann komplett.
Neben dem Humor steckt aber natürlich auch jede Menge echtes Kreuzfahrtwissen im Buch. Ich wollte all die Dinge erklären, die man sich vor der ersten Reise wirklich fragt. Welche Route eignet sich für Einsteiger? Welche Reederei passt zu welchem Typ Mensch? Warum kann die falsche Kabine den Urlaub ruinieren? Wieso sollte man Deckpläne niemals ignorieren? Und weshalb verwandelt ein Getränkepaket völlig normale Menschen plötzlich in Hobby-Betriebswirte, die anfangen auszurechnen, wie viele Weißweinschorlen pro Tag nötig sind, damit sich das Ganze „rentiert“?
Mir war beim Schreiben wichtig, Kreuzfahrten nicht künstlich schönzureden. Natürlich gibt es auch nervige Dinge. Überfüllte Buffets. Menschen, die ihre Liege morgens mit der Ernsthaftigkeit eines Immobilienkaufs reservieren. Windstärke acht auf der Ostsee im Oktober. Oder Kabinen direkt unter der Disco, bei denen nachts die Bassboxen das Kopfkissen massieren. Aber genau diese kleinen Absurditäten gehören irgendwie dazu. Und genau deshalb lieben so viele Menschen Kreuzfahrten irgendwann trotzdem. Oder gerade deswegen.
Am Ende ist „Leinen los! – Der ultimativ-unterhaltsame Kreuzfahrt-Guide“ deshalb kein klassischer Reiseführer geworden. Es ist eher eine Mischung aus Kreuzfahrt-Komödie, ehrlichem Erfahrungsbericht und Liebeserklärung an diese wunderbar verrückte Art zu reisen.
Und wenn nach dem Lesen plötzlich jemand heimlich nach Mittelmeer-Routen, Balkonkabinen oder Getränkepaketen googelt, dann habe ich vermutlich alles richtig gemacht.
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